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Sonntag, 20. März 2016, 20:00 Uhr

Großer Saal | Schloss Winklhof

 

"Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus"

 

Musicbanda Franui & Nikolaus Habjan

 

Nikolaus Habjan, Puppenspiel

Andreas Schett, Konzept & Dramaturgie

Markus Kraler, Konzept & Dramaturgie

Musicbanda Franui

 

 

Werke nach Ansage frei nach Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms und Gustav Mahler sowie Texte von Robert Walser und Jürg Amann

  

 

Nach einer ersten erfolgreichen Zusammenarbeit der Musicbanda Franui mit dem Puppenspieler Nikolaus Habjan bei der Vertonung der Shakespeare-Sonette im Wiener Burgtheater, ist nun eine neue Produktion zu sehen: In „Doch bin ich nirgend, ach! zu Haus“ geht es um das Motiv des Wanderers, das die Menschheit seit eh und je beschäftigt. Im Zusammenspiel von Musik (Franui frei nach Schubert, Schumann, Mahler), Wort (Liedtexte, Robert Walser) und Puppe (Nikolaus Habjan) wird einer gleichermaßen bewunderten und gehassten Symbolfigur nachgespürt, die alles hinter sich lässt, um sich auf die Suche zu begeben, ohne das Ziel der Wanderung auch nur zu erahnen. Ein Sinnsuchender, der bei Robert Walser zwischen den Zeilen seines Bleistiftgebietes hervorlugt und bei Schubert „vom Gebirge her“ kommt, wie man weiß. Dort singt man ein Begräbnislied, es geht so: „Wir sind nur Gast auf Erden / und wandern ohne Ruh’ / mit mancherlei Beschwerden / der ewigen Heimat zu.“

FRANUI

Franui ist der Name einer ganz bestimmten Almwiese im kleinen, 1402 Meter über dem Meer gelegenen Osttiroler Dorf Innervillgraten, in dem die Musiker von Franui großteils aufgewachsen sind. Die Musicbanda Franui spielt seit 1993 in nahezu unveränderter Besetzung und verfügt über einen sofort wieder erkennbaren Klang (die besondere Mischung aus Holz- und Blechbläsern, Saiteninstrumenten und Streichern). Franui waren und sind bei bedeutenden Festivals und Konzertveranstaltern regelmäßig zu Gast (u.a. Wiener Festwochen / Konzerthaus Wien, Burgtheater, Wiener Staatsoper, Mozarteum Salzburg, Tiroler Festspiele Erl, Philharmonie Luxembourg, Kunstfest Pélerinages Weimar, Schauspielhaus Hamburg). Bei der Ruhrtriennale in Duisburg realisierten Franui 2005 gemeinsam mit Regisseur und Schauspieler Sven-Eric Bechtolf das Singspiel "Steine und Herzen“. In Zusammenarbeit mit der Berliner Theaterformation "Nico and the Navigators“ entstand 2006 für die Bregenzer Festspiele das Musik- und Bildertheater "Wo du nicht bist“, das auch in Berlin, München, Parma und Mulhouse gezeigt wurde. 2008 war die Franui-Uraufführung mit dem Titel "Nur ein Gesicht“ bei den Bregenzer Festspielen zu sehen - eine musikalische Auseinandersetzung mit den Deutschen Volksliedern von Johannes Brahms.


2009 wurde in mehreren europäischen Städten anlässlich des 250. Todestages von G.F. Händel die Franui-Pasticcio-Oper "Anaesthesia“ aufgeführt: u.a. bei den Händelfestspielen in Halle a.d. Saale, im Grand Théâtre Luxembourg, bei den KunstFestSpielen Herrenhausen / Hannover, im Berliner Radialsystem und bei den Bregenzer Festspielen (wieder in Zusammenarbeit mit "Nico and the Navigators“). Im Juni 2010 wurden die "Mahlerlieder“ bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen uraufgeführt. Bei den Salzburger Festspielen 2012 wurde das Musiktheaterstück "Meine Bienen. Eine Schneise“ von Händl Klaus und Franui welturaufgeführt. Die CD "Mahlerlieder“ erschien im April 2011. Mit dieser Aufnahme komplettierten die Musiker ihre Trilogie über das Liedschaffen im 19. Jahrhundert, die 2007 mit der CD "Schubertlieder“ begann und im Jahr darauf mit "Brahms Volkslieder“ ihre Fortsetzung fand. Im Oktober 2012 erschien die CD "Fool of Love“. Der deutsche Komponist, Sänger und Musiker Karsten Riedel und die Musicbanda haben 16 Sonette ihres gleichnamigen Shakespeare-Abends am Wiener Burgtheater auf CD verewigt.

habjan

Nikolaus Habjan wuchs in Graz auf und besuchte dort das BRG Carneri. Er studierte von 2006 bis 2010 Musiktheaterregie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Im Jahr 2003 erlernte er bei einem Puppenspiel-Workshop von Neville Tranter den Umgang mit Klappmaulpuppen, die er häufig in seinen Stücken einsetzt. Seine Karriere begann 2008 als Regieassistent und Abendspielleiter am Schubert Theater in Wien Alsergrund. In Zusammenarbeit mit dessen Direktor Simon Meusburger entstand "Schlag sie tot", ein Figurenstück, für das er sowohl die Puppen baute, als auch auf der Bühne spielte. Es folgten weitere Stücke am Schubert Theater und Gastauftritte, unter anderem am Theater am Lend in Graz. Seit 2009 ist Habjan als Co-Direktor des Schubert Theaters tätig. Im Mai 2010 arbeitete Habjan am Staatstheater Mainz als Puppenspieltrainer für die Produktion "Die verkaufte Braut" von Regisseurin Tatjana Gürbaca. Sein Debüt als Puppenspieler am Burgtheater Wien erfolgte im Februar 2012 in Fool of Love unter der Regie von Matthias Hartmann und Michael Schachermaier.


Die Produktion des Schubert Theaters F. Zawrel - erbbiologisch und sozial minderwertig von Nikolaus Habjan und Simon Meusburger erhielt den Nestroy-Theaterpreis 2012 in der Kategorie Beste Off-Produktion. Im gleichen Theater veranstaltet Habjan Kunstpfeifabende unter dem Namen "Ich pfeife auf die Oper“. Am 29. Juni 2014 erhielten Nikolaus Habjan und Simon Meusburger den Aargauer Förderpreis für junges Figurentheater "Grünschnabel". Rund 24 Gruppen aus 7 europäischen Nationen, Israel, Chile und USA haben sich für den "Grünschnabel" 2014 beworben.