Freitag 30. März 2012, 19:30 Uhr
Großer Saal | Schloss Winklhof
"forever young - Ensemble Wien-Berlin"
Ensemble Wien-Berlin & Matthias Schorn mit Karlheinz Hackl
Wolfgang Schulz, Flöte
Hansjörg Schellenberger, Oboe
Norbert Täubl, Klarinette & Bassklarinette
Matthias Schorn, Klarinette
Richard Galler, Fagott
Stefan Dohr, Horn
Karlheinz Hackl, Lesung
Leos Janacek (1854 - 1928)
Mladi - Suite für Bläsersextett
Anton Gmachl (*1986)
Auftragskomposition für PalmKlang 2012 (Uraufführung)
Pause
György Ligeti (1923 - 2006)
Sechs Bagatellen für Bläserquintett
Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Bläserqintett in Es-Dur, op. 4 (arr. M. Rechtman)
Das Ensemble Wien-Berlin spielt zum bevorstehenden 30jährigen Jubiläum gemeinsam mit Matthias Schorn die Suite Mladi (Jugend) von L. Janacek sowie Jugendwerke von L. v. Beethoven bzw. G. Ligeti und eine Auftragskomposition des jungen Salzburger Komponisten Anton Gmachl. Karlheinz Hackl liest Texte, ausgewählt von Univ. Prof. Mag. Dr. Karl Müller.

Der vielseitige Regisseur und Burgschauspieler Karlheinz Hackl wurde am 16. Mai 1949 in Wien geboren. Nach der Matura absolvierte er sowohl ein Betriebswirtschaftsstudium als auch die Schauspielschule Krauss. In der Saison 1972/73 debütierte er schließlich am Wiener Theater "Die Courage". Nach einem ersten Vertrag am Theater in der Josefstadt war Hackl von 1974 bis 1976 am Volkstheater engagiert, wo er unter anderem den Satanael in Hacks "Adam und Eva" und die Titelrolle in Lauckners "Der Kommandant" spielte. Von 1976 bis 1978 gastierte Karlheinz Hackl unter der Intendanz von Boy Gobert am Thalia-Theater Hamburg, wo er unter anderem den Melchior in Nestroys "Einen Jux will er sich machen", den Darlington in Wildes "Lady Windermeres Fächer" und den Rosenkranz in Shakespeares "Hamlet" gab. Seit 1978 ist Hackl Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, spielte unter anderem aber auch bei den Salzburger Festspielen, bei den Sommerfestspielen Reichenau, am Wiener Volkstheater und am Theater in der Josefstadt. Im Haus am Ring avancierte der Schauspieler, der sich vor allem durch sein umfangreiches Repertoire auszeichnet, zum Publikumsliebling und war zum Beispiel als Demetrius in Shakespeares "Sommernachtstraum", als Karl Moor in Schillers "Die Räuber", als Phaon in Grillparzers "Sappho", als Dichter in Schnitzlers "Reigen", als Alfred in Horvaths "Geschichten aus dem Wienerwald", als Quintilius Varus in Kleists "Die Hermannschlacht", als Liliom in Molnars gleichnamigem Stück und als Schnitzlers "Professor Bernhardi" zu sehen. 1988 feierte Karlheinz Hackl am Volkstheater mit Neil Simons "Brooklyn Memoiren" sein Regiedebüt. Dort inszenierte er auch Ibsens "Nora", an der Burg Shakespeares "Romeo und Julia" (1955) und am Akademietheater Feydeaus "Der Floh im Ohr" (1997). Musicalerfolge feierte Hackl auch als Partner von Frank Hoffmann in "La Cage aux Folles" sowie als "Der Mann von La Mancha" an der Wiener Volksoper. Im Wiener Metropol glänzte er als Sigi Master in "Strizzis und Mizzis", einer Adaption des Broadway-Hits "Guys & Dolls". Bei den Salzburger Festspielen war er unter anderem der Gute Gesell in Hofmannsthals "Jedermann" (1983) und übernahm 1991 die Titelrolle in "Der Schwierige".
Neben seiner umfassenden Bühnentätigkeit wirkte der gebürtige Wiener in zahlreichen TV - und Kinofilmproduktionen mit. So spielte er etwa unter der Regie von Alan Pakula gemeinsam mit Meryl Streep in "Sophies Entscheidung" (1982) und an der Seite von James Mason und Maximilian Schell in Alexander Ramatis "Assisis Underground" (1984). Weiters wirkte er mit in in „Welcome to Vienna“ 1985 (R. Axel Corti), „Assisi underground“ 1983 (R. Alexander Ramati), „Sophies Entscheidung“ 1982, (R. Alan Pakula) und „Ein anderer Liebhaber“ 1990 (R. Xaver Schwarzenberg). Fürs Fernsehen arbeitete u.a. mit Axel Corti bei „Der junge Freud“ in „Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“ (R. Michael Kehlmann), „Duett“ (R. Xaver Schwarzenberger), „Tatort“ (R. Peter Schulze-Rohr), Kommissar Rex (R. Detlef Rönfeldt), „In uns die Hölle“ (R. Urs Egger), „Tödliches Geld“ (R. Detlef Rönfeldt), „Der Mann ohne Schatten“ (R. Zpynek Brynych, Gero Ehrhardt), in „Der Alte“ (R. Hartmut Griesmayr), „Sinan Toprak „ (R. Andreas Prohaska), „Der Briefbomber“ (R. Torsten C. Fischer), „Doppelter Einsatz „ (R. Nina Grosse), „Bobby“ (R. Vivian Naefe), „Probieren Sie’s mit einem Jüngeren“ (R. Michael Kreihsl), „Brief einer Unbekannten (R. Jacques Deray) und in der ORF-Schnitzler-Verfilmung von „Spiel im Morgengrauen“ (Lotus-Film, R. Götz Spielmann). Seit 1996 unterrichtet Karlheinz Hackl, der für seine Leistungen unter anderem mit der Kainz -Medaille, dem Titel "Kammerschauspieler" sowie den Fernsehpreisen "Telestar" (1992) und "Romy" (1994) ausgezeichnet wurde, als Professor am Wiener Reinhardt - Seminar. Nach einer schweren Krebserkrankung im Frühjahr 2003, kehrte Karlheinz Hackl im April 2004 mit seinem Programm „Amüsantes Amouröses“ wieder zurück auf die Bühne. Am 06. Jänner 2005 feierte er sein Comeback am Wiener Burgtheater in der Rolle des „Zerrissenen“ von Johann Nestroy.

Herbert von Karajans Idee, die beiden weltberühmten Orchester, die Wiener und Berliner Philharmoniker, zusammenzuführen, wird von 5 Musikern dieser beiden Klangkörper seit fast 30 Jahren verwirklicht. 1983 schließen sich fünf erste Bläser der Wiener und der Berliner Philharmoniker zu einem ständigen Ensemble zusammen. Die rasch erreichte klangliche und musikalische Homogenität der Gruppe lässt sie schnell zum gefragtesten Holzbläserquintett der Gegenwart werden. Neben den Gründungsmitgliedern, dem Flötisten Wolfgang Schulz, dem Oboisten Hansjörg Schellenberger, gehören heute der Hornist Stefan Dohr, der Klarinettist Norbert Täubl, sowie der Fagottist Richard Galler zur festen Besetzung. Neben ihrer Orchestertätigkeit treten die 5 Künstler von Beginn an weltweit auf. Dies spiegelt sich in regelmäßig wiederkehrenden Gastspielen in den größten Konzerthäusern Europas, Asiens und den USA wider. Darüber hinaus ist das Ensemble bei allen bedeutenden Europäischen Festivals, wie den Salzburger Festspielen, der Mozartwoche Salzburg, den Wiener Festwochen, dem Lucerne Festival, dem Ravenna Festival, dem Rheingau Musikfestival, aber auch bei zahlreichen außereuropäischen Festivals vertreten.
Das ensemble-wienberlin findet sich immer wieder mit anderen Musikern zusammen. Zum Beispiel mit den bedeutenden PianistInnen Elena Bashkirova, Elisabeth Leonskaja, James Levine, Alexander Lonquich, Maurizio Pollini, Stefan Vladar, Dénes Várjon, Lars Vogt und anderen. Durch die Zusammenarbeit in unterschiedlichsten Formationen ist das Quintett in der Lage, kammermusikalisches Repertoire, wie zum Beispiel die "Chansons de Bilitis" von Claude Debussy darzubieten. Diese wurden vom ensemble-wienberlin zusammen mit dem Filmstar Catherine Deneuve für DGG aufgenommen. Das Repertoire des Ensembles umfasst nahezu alle Werke des Bläserquintett-Genres, dabei gilt die besondere Pflege der Musik des 20. und des 21. Jahrhunderts. 2003 widmete Wolfgang Rihm dem ensemble-wienberlin ein vom Lucerne Festival für das Ensemble in Auftrag gegebenes Bläserquintett, welches daselbst auch uraufgeführt wurde. Im Rahmen des Lucerne Festivals 2008 führte das Quintett zu seinem 25-jährigen Bestehen zusammen mit dem Pianisten Lars Vogt, Brett Deans Komposition "Polysomnography" urauf. In der Saison 2008/09 ist das Bläserensemble Artist in Residence in Essen (D), 2009/10, sowie 2010/11 Gast in Shanghai, Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien. Im Jahr 2012 ist das Quintett nach längerer Pause wieder in Japan zu hören. Über 20 CD-Produktionen bei SONY CLASSICAL, DGG, CamerataTokyo, sowie eine Video-Produktion mit James Levine als Pianist bei UNITEL dokumentieren das künstlerische Wirken des ensemble-wienberlin.

Matthias Schorn wurde am 3. November 1982 in Salzburg geboren. Er studierte Konzertfach Klarinette an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Johann Hindler und besuchte mehrere Meisterkurse, u.a. bei Alois Brandhofer in Salzburg. Seine berufliche Laufbahn begann Matthias Schorn als Klarinettist beim Radio Symphonie Orchester Wien, 2007 wurde er nach Stationen beim Deutschen Symphonie Orchester Berlin und bei den Münchner Philharmonikern als Soloklarinettist ins Orchester der Wiener Staatsoper bzw. zu den Wiener Philharmonikern engagiert. Als Solist konzertiere er u. a. mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin , dem Rundfunk Symphonie Orchester Berlin, dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt, dem Bruckner Orchester Linz , den London Mozart Players , dem Münchner Kammerorchester , der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg, dem Wiener Jeunesse Orchester und der Wiener Kammerphilharmonie. Weiters wurde er in den vergangenen Jahren regelmäßig als Soloklarinettist zu den Berliner Philharmonikern , in die Staatskapelle Dresden , zum NDR Symphonie Orchester Hamburg , zum Bayrischen Staatsorchester München , zur Camerata Salzburg und zum Wiener Kammerorchester eingeladen.
Neben seiner Orchestertätigkeit und seinen Solo-Projekten ist ihm
zudem die Kammermusik ein wichtiges Anliegen, zu seinen Partnern zählen u. a.
Christoph Eschenbach, Daniel Hope, Wu Han, Christopher Hinterhuber, Eszter
Haffner, Philip Dukes, Hartmut Rhode, Daniel Müller-Schott, Raphael Wallfisch,
Ernst Kovacic, Milan Turkovic, Frank Hofmann, Erwin Steinhauer, das Faure
Quartett, das Minetti Quartett, das Kungsbacka Piano Trio und das Quatour Ebene.
Auf der Suche nach seinem eigenen Klangideal gründete er verschiedene
Kammermusikensembles wie das „Trio Marc Chagall“, das „Theophil Ensemble Wien“
oder das Crossover Ensemble „Faltenradio“. Matthias Schorn ist Jurymitglied
verschiedener Wettbewerbe, leitet eine Klarinettenklasse an der Konservatorium
Wien Privatuniversität und ist künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten
Festivals „PalmKlang“ in Oberalm (Salzburg).

Univ. Prof. Mag. Dr. Karl Müller, geb. 1950 in Puch bei Hallein, ao. Univ. Prof. für Neuere deutsche Literatur; Gastdozenturen in Debrecen, Lemberg, Amsterdam und Leiden; Vorstand des Fachbereichs Germanistik der Universität Salzburg (seit 2007), Mitglied des Zentrums für Jüdische Kulturgeschichte an der Universität Salzburg (seit 2004) und des Leitungsteams des Stefan Zweig Centre Salzburg (seit 2008); Vorsitzender der Theodor-Kramer-Gesellschaft, Vorsitzender des Vorstandes des Literaturhauses Salzburg (1997-2010); Mitglied des Österreichischen P.E.N.-Clubs, Jurytätigkeiten, Preis des Fonds der Landeshauptstadt Salzburg zur Förderung von Kunst, Wissenschaft und Literatur (1998), Großes Verdienstzeichen des Landes Salzburg (2010), Leiter des Online-Projektes „Österreichische SchriftstellerInnen des Exils seit 1933“. Selbstständige Publikationen: u.a. Zäsuren ohne Folgen. Das lange Leben der literarischen Antimoderne Österreichs seit den 30er Jahren (1990), Begnadet für das Schöne. Der rot-weiß-rote Kulturkampf gegen die Moderne (1992), Karl Heinrich Waggerl. Eine Biographie (1997) - (Mit-)Herausgeberschaften: Sammelbände u.a. zur Literatur der Inneren Emigration (1998), Ödön von Horváth (2001), Jiddische Kultur und Literatur aus Österreich (2004), Diaspora - Exil (2006), Konstantin Kaiser: Ohnmacht und Empörung (2008), Österreich 1918 und die Folgen (2010);
Ca. 60 Aufsätze u.a. über NS und Literatur, Krieg und Literatur,
„Heimat“, österreichische Zwischenkriegszeit, Hugo von Hofmannsthal, Salzburger
Festspiele, Hans Lebert, Richard Billinger, Mira Lobe, Fritz Habeck, Hermann
Nitsch, Elisabeth Reichart, Satire und Kabarett (Josef Hader), Fred Wander,
alpenländische Volkskultur, Hans Schwerte, Stefan Zweig.

